Als ich letztes Jahr im Oktober mit meiner Freundin in Santiago de Compostela war, hatten wir erstaunlicherweise super gutes Wetter! Ich hatte sie überreden können, sich doch auch mal den Ort anzuschauen, an dem ich vor 20 Jahren ein Studienjahr verbracht hatte und von dem ich so begeistert war. Sie kannte Galicien nicht mal vom Namen her. Damals hatte ich während meines Studienaufenthaltes so viel Regen mitbekommen, wie an keinem anderen Ort dieser Welt zuvor. Und Santiago liegt im Nordwesten Spaniens und man sagt doch immer: alles unter Spaniens Sonne! Aber das deutet schon darauf hin, in Santiago de Compostela ist alles anders: Es gibt keine Stierkampfarenen und das typische Instrument ist die Gaita, eine Art nordspanischer Dudelsack. Zum Übernachten hatten wir uns das 4* Hotel Monumento de San Francisco hinter dem Parador am Rande der Altstadt vom Spanienspezialisten ibero tours rausgesucht. Es war so eindrucksvoll, in einem denkmalgeschützen, ehemaligen Kloster zu schlafen. Auf den Gängen traf man auch dann und wann einen Mönch in seiner braunen Kutte. Der überdachte Pool, den man im Klostergarten findet, wurde in die ehemaligen Wäscherei eingebaut. Es war ein authentisches Erlebnis, da das Hotel, ganz in der Nähe der Kathedrale und den vielen Bars so zum Rest der Universitätsstadt Santiago passt. Santiago ist perfekt zum Feiern! In den Gassen der Calle Franco erfährt man die gesamte Bandbreite der kulinarischen Köstlichkeiten Nordspaniens. So macht Wein trinken Spass, wenn man immer eine Tapa gratis dazugestellt bekommt! Auf unserer Besichtigungstour trauten wir uns auch in den Parador von Santiago, eines der prächtigsten und ältesten Hotels der Welt. Das ehemalige Pilgerhospiz am Plaza de Obradoiro direkt gegenüber der eindrucksvollen Barockfassade der Kathedrale gelegen ist einer der gefragtesten Paradoreshotels in ganz Spanien. Vor allem in diesem Jahr 2010 wird man von einem Sechser im Lotto sprechen können, wenn man die Nacht vom 24. auf den 25. Juli dort verbringen darf, da die Spanier in diesem Jahr das Año Xacobeo, das Heilige Jahr, feiern. Das ist immer dann der Fall, wenn der 25. Juli ein Sonntag ist, also alle sieben Jahre. Ich kann nur alle Reisefreudigen dazu raten, diesen spirituellen Ort am Ende des Jakobsweges zu besuchen und das andere Spanien, das nichts mit den Touristenhochburgen am Mittelmeer zu tun hat, zu erleben! Am besten ab dem Frühsommer, weil dann ist das Wetter besser als im Herbst, obwohl wir Glück hatten.