Schlösser, Pferde und kein Burggeist – Bericht einer Reise durch Kastilien-León

Parador de Lerma

Parador de Lerma

Entfernte Verwandte hatten sich vor Jahren, ziemlich direkt nach der Wende, ein altes Gutshaus in der ehemaligen DDR gekauft. Nachdem sie dort zeitaufwändige Renovierungsarbeiten geleistet hatten, war das kleine Schlösschen im vergangenen Jahr endlich nutzbar. Genau zur rechten Zeit, denn so konnte dort die Hochzeit eines weiteren

Verwandten stattfinden. Wie viele andere Gäste wurden auch meine Partnerin und ich in einem der zahlreichen Zimmer des Gutshauses untergebracht. Bereits nach der ersten Nacht stand dann der Entschluss meiner Partnerin fest: Der nächste Urlaub wird auf Burgen, in Schlössern und in Gutshäusern verbracht – ganz ungeachtet der Gefahr, dort vielleicht einem spukenden Burggeist zu begegnen. Und so machten wir uns in diesem Jahr auf die Suche nach Anbietern für eine solche Reise. Zielland sollte Spanien sein. Zum Glück wurden wir schnell fündig und entdeckten den Reiseveranstalter ibero tours, der sich auf den Hotelbetrieb in alten spanischen Schlössern und Burgen spezialisiert hat.

Da wir in den letzten Jahren stets Gefallen an Rundreisen gefunden hatten, wählten wir vier Übernachtungsorte aus dem vielfältigen Angebot aus. In der westlich gelegenen Region Kastilien-León starteten wir nun unsere Reise durch Spanien mit Übernachtungen im Parador de Lerma, einem Palast aus dem frühen 17. Jahrhundert. In der Umgebung des Ortes gab es viel zu erkunden: ein königliches Kloster der Huelgas, eine alte Kathedrale, archäologische Fundstätten, ein Benediktinerkloster.
Nach wenigen Tagen reisten wir weiter nach Benavente, wo uns ein traumhaftes Renaissanceschloss beherbergte. Dort konnten wir in aller Ruhe unserem Hobby, dem Reiten, nachgehen und zudem die romanischen Kirchen der Gegend besuchen.
Dritter Zielort war Ciudad Rodrigo, nahe der Grenze zu Portugal gelegen. Die Burg aus dem 14. Jahrhundert, in der wir dort untergebracht waren, hat auch heute noch das Sicherheit ausstrahlende Ambiente einer Festung. Auch hier waren Reitausflüge möglich, außerdem machten wir einen Tagesabstecher hinüber nach Portugal.
Unsere Reise fand ihren Abschluss dann in einigen wunderschönen Tagen in Ávila.

Parador Avila

Parador de Avila

Der Parador de Avila ist ein Palast aus dem 16. Jahrhundert, welcher in die alte Stadtmauer des Ortes eingefügt ist. Trotz der Option, erneut Reitausflüge zu unternehmen, wählten wir hier für unsere Freizeitgestaltung einen Flug mit Superleichtflugzeugen aus. Das war ein unvergleichliches Erlebnis! Natürlich gab es zudem auch in Ávila die Möglichkeit, die Kathedralen und Klöster der Umgebung zu besichtigen.

Welche der vier Paradores Hotels nun im Nachhinein der schönste war, lässt sich kaum sagen. Jedes dieser alten, imposanten Häuser hatte seinen ganz eigenen Charme. Stets war es interessant zu sehen, auf welche Weise das Hotel in das jeweilige ehrwürdige Bauwerk integriert worden war. So hatten wir einen wirklich traumhaften Urlaub, von dem uns neben zahlreichen Fotos vor allem viele schöne Erinnerungen an die Nächte in den Burgen und Schlössern bleiben.
Und zur Beruhigung sei gesagt: einen Burggeist haben wir während des ganzen Aufenthaltes in Spanien (leider?) nicht zu Gesicht bekommen.

Tags: , , , ,

Die Kommentare sind geschlossen.